Pro
Europa
Una
mit
ungeschmälertem
Engagement von Hellmuth Inderwies
Donald Trump, die Flüchtlingskrise, der Brexit, nationale Alleingänge und Abspaltungsbestrebungen lassen den Bemühungen um ein geeintes Europa zurzeit nur wenig Spielraum. Sie scheinen teilweise sogar ein vergebliches Unterfangen zu sein. Auch die gegenwärtigen Wahlen in Mitgliedsstaaten der EU haben dazu beigetragen, dass die einst herrschende positive Grundstimmung stark gedämpft wurde. Allein die Wirtschaft boomt aufgrund des seit einigen Jahren nicht ermüdenden Aufschwungs der Weltkonjunktur. Aber sie besitzt zusammen mit dem Euro wohl doch nicht die integrierende Kraft, Europas Einigung hin zu einer krisenfesten Gemeinschaft zu aktivieren. Zudem kann es mit ihr schon morgen zu Ende gehen. Und dann fänden jene Bedenken, die einige Protagonisten der Einigungsbemühungen von Beginn an getragen haben, ihre spürbare Bestätigung. Jacques Delor, der französische Sozialist und Präsident der Europäischen Kommission, der den Integrationsprozess gerade im wirtschaftlichen Bereich in den 90er Jahren intensiviert hat, konstatierte nicht nur einmal, dass man einen Binnenmarkt nicht lieben könne. Und Jean Monnet, einer der Gründerväter, soll sich folgendermaßen geäußert haben: „Wenn ich es noch einmal zu tun hätte, würde ich mit der Kultur beginnen.“
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